Über die Ausstellung
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In der 'Boesner-Epoche' ist es nicht mehr selbstverständlich, daß Künstlertum wesentlich darin besteht, sich die Materialien künstlerischer Praktiken selbst zu verschaffen. Da es nahezu alles im Künstlerfachbedarfsgroßhandel gibt, und an den Akademien Materialkunde kaum noch vermittelt wird, wird die Basis des Kunstmachens immer schmaler.

Ulrike Arnold - Meisterschülerin aus der Klasse von Klaus Rinke an der Düsseldorfer Akademie und Förderpreisträgerin des Von-der-Heydt-Preises 1988 - macht Ernst damit, daß es den Künstler macht, sich sein Material selbst herzustellen. Was zum Künstlertum der Moderne als Aktivität zur Inspirationsstimulierung gehört, ist bei ihr Teil des künstlerischen Elementarprozesses: sie reist, um an den Orten, die ihre Wahrnehmung besonders fesseln, das Material zu sichern, mit dem am authentischsten dazustellen ist, worin deren Wirkung besteht: es ist buchstäblich die Erde, die sie dazu einsetzt.

"Denn ihr Malmaterial - zerstoßen, zu pigmentartigem Pulver zermahlen und mit Bindemitteln auf Nessel aufgetragen - ist die Erde, ihre Malerei die Erinnerung an lange Wanderungen durch eine Landschaft, an ihre Suche nach der mystischen Ureinheit, den 'archaischen Wurzeln' des Menschen" (Christiane Müller). Ihre Bilder sind gegenstandslose Farbbeschwörungen der Orte und ihres Geistes, an denen sie das Material fand, aus dem sie ihre Farben gewann.

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